Tierfotografie

Tipps



Vogelflugaufnahmen in der Natur.

Tiere in Bewegung. Ist wohl eines der schwierigeren Gebiete der Fotografie. Viele Faktoren sollten hier zusammen treffen, nicht alle kann der(die) Fotograf(in) diese beeinflussen. Flexibilität, vertrauen in seine Ausrüstung und Beherrschung dieser sowie die Vertrautheit des aufzunehmenden Objekt erleichtern die Arbeit um ein vieles. Erste Versuche können Sie in Gehegen ect. machen. Siehe hierzu auch Beitrag:
Tiere in Gehegen.

In der freien Natur hingegen kommt der "Sicherheitsabstand" Tier-Mensch, großer Bedeutung bei. Ein flexibles Objektiv, gerne verwende ich ein Zoom von 100-400mm, hilft mir, mich schnell auf wechselnde Bedürfnisse einzustellen. Ein Konverter der Stärke 1.4 sollte nicht fehlen. Bevor wir nun losziehen, schenken wir der Ausrüstung noch etwas Beachtung.

Da wir bewegte Motive auf Film bannen möchten, müssen wir uns Gedanken zu Verschlußzeit und Blende machen. Aufnahmen mit Wischeffekten, bei Mitziehern nicht unter 1/20 sec. gehen, einfrieren gelingt uns ab einer 1/500 sec. Um den richtigen Moment zu treffen, hilft uns in den modernen Kameras die Elektronik, aber Achtung: das auslösen und das automatische Scharfstellen benötigt Zeit! In ungünstigen Fällen können das gar bis zu 1/2000 sec. werden. Schon ist unser Motiv vorbei. Wer eine Kamera mit lichtdurchlässigen Spiegel sein Eigen nennt, hat den Vorteil, das keinerlei Dunkelphase durch Spiegelschlag entsteht. Nachteil hier: das Sucherfeld ist dunkler als normal. Ist man sich nicht ganz sicher, und das ist man sich bei dieser Art der Aufnahmen nie, muß man eine schnelle Reihenfolge von Fotos machen. Dabei sollten 4 Bilder pro Sekunde als unterste Grenze angesehen werden. Verwenden Sie einen feinkörnigen Film. Dieser bietet ihnen auch später die Möglichkeit für eventuelle Ausschnittvergrößerungen. Bedenken Sie: der Ausschuss ist recht hoch, mal stimmt der Hintergrund nicht, mal stört ein Reflex im Foto, mal sieht der Flügelschlag nicht stimmig aus oder man hat auch "nur" die falsche Zeit gewählt. Wer sein Motiv ausdauernd verfolgt bekommt als Belohnung auch wunderbare Fotos.

Planen Sie bei diesem Vorhaben viel Zeit ein. Vermeiden Sie auf jeden Fall die Jahreszeiten wo gebrütet wird; der Mensch bringt nur Unruhe herein. Beobachten Sie das Verhalten der aufzunehmenden Tiere einige Zeit von größerer Entfernung aus. Mit der Zeit können Sie den Abstand verringern, aber unterschreiten Sie nicht den natürlichen "Sicherheitsabstand". Vögel fliegen vielfach in einem bestimmten Rythmus auf "ihrer eigenen Flugroute". So haben Sie die Möglichkeit, nach einen guten Platz für ihre Aufnahmen Ausschau zu halten.

Bei sehr scheuen Tieren ist ein Tarnzelt von Vorteil. Vielleicht haben Sie auch die Möglichkeit, (Rückfragen beim zuständigen Förster), Aufnahmen von einem Hochsitz aus zu machen. In allen Fällen der Aufnahmen aber gilt: gehen Sie behutsam vor, der Schutz der Natur steht an oberster Stelle.


Foto von Roman F. Huembs

startendende Seemöwe vom Nordseestrand. Mitgezogen bei einer 1/30 sec., Blende 5,6, Brennweite 500mm, Selektivmessung, Film Fuji Provia.


Foto von Roman F. Huembs

Seemöwe auf Erkundungsflug. 1/500 sec., Blende 5,6, Brennweite 400mm, Spotmessung auf Fuji Provia.


Foto von Roman F. Huembs

Seemöwve im Gegenlicht. 1/500 sec., Blende 8.0, Brennweite 400mm + Konverter 1,4-fach, Spotmessung mit Kopplung AF Feld, Reihenbildschaltung, auf Fuji Provia 100F. Gezeigtes Bild ist das zweite von 5 gemachten Aufnahmen.

Text und Fotos © Roman F. Hümbs, Engelskirchen

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