Theaterfotografie

Tipps



Fotografieren im Theater
von Frank Straub

Seit zwei Jahren fotografiere ich alle Inszenierungen am
Theater Wittenberg. Mittlerweise dürften es um die 150 Filme sein, die ich während dieser Zeit belichtet habe. Verwendet werden die Vergrößerungen für Fototafeln im Foyer und in Schaukästen, für die Presse und für das Internet. Gewünscht werden von den Abnehmern Farbfotografien. Das schränkt die Filmauswahl zusätzlich erheblich ein.


Technik für Theaterfotografie
Alle Automatiken, bis auf den Autofokus, sind bei der Bühnenfotografie nicht zu gebrauchen. Ob mittenbetonte Integralmessung oder Matrixmessung, ob Blendenautomatik oder Zeitautomatik, die Kamera kann nicht denken und kann nicht wissen, was der Fotograf will. Die Belichtungszeit und die Blende muss per Spotmessung ermittelt und entsprechend der Empfindlichkeit des Film manuell eingestellt werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Gesichter richtig belichtet werden.


Blitzen - ja oder nein?
Im Theater sollte niemals geblitzt werden. Lichtstimmungen sind ein Teil jeder Inszenierung. Die Regie hat sich etwas dabei gedacht. Deshalb verbietet es sich, mit einem Blitzlicht etwas aufzuhellen. Außerdem sind Theaterfotos mit harten Schatten auf dem Bühnenbild,sichtbaren Zahnplomben und roten Augen nichts wert.


Belichtung
Das Nikon-Objektiv 85mm/1,4 hat sich bestens bewährt. Die hohen Ansprüche an die Vergrößerungen der Theaterfotos verlangen einen feinkörnigen Film. Deshalb benutze ich ausschließlich ISO 200. Die folgenden Fotobeispiele zeigen, wie gering der Spielraum bei der Theaterfotografie ist.


Foto Frank Straub

Das Musical „Anything Goes“.
Die Bühne ist hell und gleichmäßig ausgeleuchtet. Blende 4, Belichtungszeit 1/60 s. Von fünfzehn Fotos in dieser Szene sind zwei etwas geworden, der Rest ist bewegungsunscharf oder schlecht getroffen.




Das Musical „Carousel“.
Die Bühne ist unbeleuchtet. Lediglich die Szene liegt in spärlichem Licht. Blende 1,4, Belichtungszeit 1/30 s. Das Augenpaar blickte nur einen Moment nach oben. Einmal abgedrückt und Glück gehabt.




Schauspiel „Meisterklasse“.
Der Hintergrund ist schwarz. Blende 2,8, Belichtungszeit 1/60 s. Das Foto ist auf der Studiobühne entstanden. Der Vorteil ist, man kommt näher heran. Der Nachteil ist die geringe Tiefenschärfe. Es war fast unmöglich, neben dem Sänger, auch die gealterte Diva im Schärfebereich zu erwischen.


Unterm Strich
Auch wenn es mit ISO 200 schwierig ist: Ordentliche Vergrößerungen bekomme ich nur bei dieser oder feinerer Körnung. Deshalb kann man nur draufhalten und hoffen, dass pro Film drei oder vier Fotos etwas werden.



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Text und Fotos © Frank Straub
frank@buehnenfotos.de

Weitere Fotos, Tipps und ein Gästebuch für Anregungen
auf der
Homepage von Frank Straub

Theaternachrichten im Internet:
www.coram-publico.de



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