Bildgestaltung

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Die Nichtfarbe Schwarz

Man könnte das Projekt auch bezeichnen als "The Black Maschine". Die Idee war geboren eines Morgens und die Umsetzung erfolgte sofort.

Was aufwendig aussieht konnte mit relativ wenig Aufwand realisiert werden. Ein Ansatzpunkt, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. Minimiere den Aufwand wo es geht und arbeite komprimiert, dann kommst Du schneller an das Ziel.

So verbrachte ich einige Stunden hintereinander mit kleinen Pausen im Studio. Als Beleuchtung verwendetet ich zwei Halogenstrahler mit einem Abstrahlwinkel von jeweils 20°. Die Position der Strahler betrachtete ich durch den Sucher der Kamera und änderte sie nach Durchsicht. Mit Hilfe der Abblendtaste konnte ich somit genau bestimmen, ob störende Reflexe auftraten oder nicht.

Als weitere Hilfsmittel kam ein KB 12 Filter und ein Polfilter zum Einsatz. Der KB 12 um den unerwünschten Rotstich der Lampen zu vermeiden und der Polfilter parallel dazu, um die Reflexionen genauer steuern zu können.

Sie werden denken, es gibt passende Lampen mit entsprechender Farbkorrektur. Recht haben Sie. Wenn ich diese verwendet hätte, wären mir bei den dann auftretenden Temperaturen u.U. das Objekt der Begierde vor der Kamera zerlaufen. Was daran liegt, das ich nur begrenzten Platz im Studio zur Verfügung habe.

Die Belichtungsmessung erfolgte jeweils mittels der Selektivmessung. Diese ist bei
Canon auf ca. 9,5% des Sucherfeldes ausgelegt. Um auch feinste Nuancen wiedergeben zu können, erstellte ich jeweils eine Belichtungsreihe im Abstand von einer 1/2 Stufe. Ich arbeite in diesem Bereich ausschließlich mit Zeitautomatik.
Die Schärfentiefe wird vor jeder Aufnahmenreihe kontrolliert mit der Abblendung. Die Kamera selbst wird so ausgerichtet, dass eine Ebene immer parallel zur Filmebene verläuft. Hier eignet sich hervorragend eine Aufsteckwasserwaage.

Alle Aufnahmen entstanden mit Makroobjektiv
Canon 100mm. Je nach Aufnahme wurde abgeblendet zwischen 5,6 und 32. Das wiederum führte zu Zeiten von ½ Sekunde bis hin zu 1 Minute.

Das verwendete Filmmaterial ist einmal der
Fuji Velvia und zum anderen der Fuji Provia 100F. Beide Filme zeichnen sich aus durch starke Schärfe und der Wiedergabe feinster Nuancen. Auch lassen beide Filme extreme Vergrößerungen zu. Der Provia 100F hingegen zeichnet sich zusätzlich positiv aus durch seine hervorragende Verarbeitung bei den digitalen Medien. Er hat eine flachere Graduation im Gegensatz zum Velvia und ist somit die erste Wahl beim scannen.

Die Schwierigkeit hier ist, bei Aufnahmen mit der Farbe Schwarz, und den dunklen Verläufen des Hintergrundes, die Farbe auch entsprechend auf Film zu bannen. Dazu müssen Sie die Belichtung manuell korrigieren, da der eingebaute Belichtungsmesser nach dem mittleren Grauwert arbeitet. Die Kamera zeigt also zu lange Zeiten an. Die Korrektur führt uns also zu kürzeren Werten der angezeigten Belichtung, es wird somit in den Minus-Bereich korrigiert. Bei Grenzsituationen habe ich die Belichtung so belassen wie angezeigt. Schwarzaufnahmen werden treffender Weise auch bezeichnet mit "low key" Aufnahme. Der Gegensatz dazu sind "high key" Aufnahmen mit der Nichtfarbe Weiß.

Bei den Aufnahmen sehen Sie die Nichtfarbe Schwarz kräftig auftreten, was dem Polfilter zuzuschreiben ist, der unerwünschte Reflexionen von der Oberfläche beseitigt hat. Diese Einstellung und Wirkung dessen lässt sich im Studio exzellent nachvollziehen und zusätzlich beeinflussen durch den veränderbaren Winkel des Objekt zur Aufnahmeebene.


Foto Roman F. Hümbs

Foto Roman F. Hümbs

Wie das Motiv wirkt hängt entscheidend von der Grundidee ab. Experimentieren doch auch Sie von allen erdenklichen Ebenen aus, nutzen Sie die Möglichkeit der 3D Darstellung. Auch bedarf es gerade bei solchen Motiven einer weiteren Feinheit beim einstellen der Schärfe. Dazu kann man sich ein weiteres Dauerlicht schalten, das einem die Arbeit in diesem Bereich erleichtert. In den meisten Fällen wird diese manuell vorgenommen werden müssen; die neue EOS 1V ist bereits heute schon in der Lage, auf solch ein ansprechendes Motiv die Schärfe automatisch zu legen. Das AF Modul überzeugte hier erneut mit seiner außerordentlichen Leistung. Hier kommt die exzellente Verbreitung der 45 Sensoren zum tragen, wobei man sich hier für einen relevanten Sensor der Aufnahmesituation entsprechend entscheidet. Die Aufteilung der Sensoren über ein dermaßen großes Feld bis hin zu den goldenen Schnittpunkten erleichtert erheblich die Arbeit in Grenzbereichen der Fotografie.


Text und Fotos © Roman F. Hümbs

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